Kleinendorfer Landfrauen besuchen Essen

IMG_0387Der jährliche Ausflug führte uns zunächst zur Villa Hügel nach Essen. Dort besichtigten wir die für die Öffentlichkeit zugänglichen Räume mit einer Führung. Wir erfuhren, dass der Erbauer dieser Villa große Furcht vor Krankheit und Feuer hatte. So wurden ausschließlich nicht brennbare Materialien wie Glas und Beton verwendet und er nutzte die damalige Technologie für eine erste „ Klimaanlage“. Erst sein Sohn mit Frau brachten Wohnlichkeit ins Gebäude. Daneben ließ Margarethe Krupp auf Wunsch Ihrer Tochter eine Arbeitersiedlung bauen, die Margarethenhöhe, die auch Gartenstadt genannt wird. Auch sorgten die Krupps für eine Alters- und Krankenversicherung ihrer Arbeiter. Beeindruckt von Gebäude und Geschichte der Krupps fuhren wir weiter zur Margarethenhöhe, wo wir ein ausgiebiges Mittagessen einnahmen. Danach hatten wir noch Zeit ein wenig spazieren zu gehen.IMG_0398

Abschließend fuhren wir zur Zeche Zollverein, dass zum Weltkulturerbe der UNESCO benannt wurde. Das Gelände der Zeche ist in den letzten 100 Jahren um 25m abgesackt und man muss nun diesen Höhenunterschied mit einer langen Rolltreppe überwinden. Auch hier kamen wir in den Genuss einer Führung und erfuhren unter anderem von den lange dort arbeitenden Grubenpferden, die ausschließlich unter Tage gehalten wurden. Ermüdet nach jahrelanger Arbeit wurden sie geschlachtet, denn für sie gab es kein Gnadenbrot. Vom Licht über Tage entwöhnt, wären sie erblindet und nicht mehr lebensfähig. Ihr Fleisch wurde in den vielen Pferdeschlachtereien im Ruhrgebiet angeboten. Manche von uns erinnerten sich noch aus Kindertagen daran. Dann ging es hoch hinaus auf einen Förderturm und man konnte bei gutem Wetter die gesamte Umgebung sehen. Mit nach Hause nahmen wir noch den Ursprung der Redewendung: „Weg vom Fenster“. Woher der kam? Die vom Steinstaub zerfressenen Lungen ließen die Arbeiter nicht alt werden. Krank und zerbrechlich saßen sie fortan an ihrem Fenster und nahmen nun von hier aus am Geschehen teil. Irgendwann hieß es dann: „ Der alte Meier ist weg vom Fenster.“ Das bedeutete: entweder mit Sauerstoffflasche im Bett oder gestorben. Nach einem langen Tag mit viel Information und Lachen, fuhren wir am Abend zufrieden zurück nach Kleinendorf.

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